Media
rainbow
Dienstag - 19. Juni 2018

Nachhaltiges Chlor-Verfahren reduziert Energiebedarf um rund 25 Prozent

Das entscheidende Volt weniger

Covestro baut erste Groß-Anlage auf Basis der Sauerstoffverzehrkathode
more imagesdownload
Prüfende Blicke während eines Stillstands an der Demonstrationsanlage in Leverkusen: Hier wurde die Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie seit Jahren weiterentwickelt und intensiv getestet.

Der Werkstoffhersteller Covestro plant den Bau einer eigenen Chlor-Produktion am spanischen Standort Tarragona und setzt auf ein besonders nachhaltiges Herstellungsverfahren. Zum Einsatz kommen soll die so genannte Sauerstoffverzehrkathoden-Technologie, die im Vergleich zum üblichen Verfahren rund ein Viertel weniger Energie verbraucht. In Tarragona baut das Unternehmen die erste großtechnische Anlage, die rein auf dieser modernen Technik beruht.

Covestro investiert derzeit rund 200 Mio. Euro in Tarragona, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhöhen. Die neue Chlorproduktion ist dabei ein wichtiger Baustein: Denn rund ein Drittel der Herstellungskosten für Chlor entfallen normalerweise auf Energie, somit leistet die eingesetzte Technologie hier einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag. „Bei der Auswahl des Verfahrens haben die Themen Energieeffizeinz und Nachhaltigkeit eine zentrale Bedeutung gespielt“, betont Produktionsvorstand Dr. Klaus Schäfer. „Die Entwicklung dieser Technologie hat vor über zwei Jahrzehnten in unserem Hause begonnen und ist für uns eine besondere Erfolgsgeschichte.“

Rund 25 Prozent weniger Energiebedarf durch modernes Verfahren

Chlor wird für die Herstellung von rund zwei Dritteln aller Kunststoffe verwendet. Allerdings kommt es in der Natur nicht rein vor, sondern ist immer gebunden – zum Beispiel in Steinsalz. Daraus lässt sich Chlor mit Hilfe einer Elektrolyse gewinnen – dieser Prozess ist jedoch energieintensiv. Covestro und Thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers haben daher ein Verfahren entwickelt, das den Energiebedarf gegenüber dem üblichen Prozess um rund 25 Prozent senkt: bei dieser innovativen Technik wird eine Sauerstoffverzehrkathode (SVK) verwendet.

Die SVK-Technik basiert auf dem gängigen Membranverfahren an. Hier werden aus Steinsalz, Wasser und elektrischer Energie Chlor, Natronlauge und Wasserstoff gebildet. Der entscheidende Unterschied: Die übliche wasserstofferzeugende Elektrode wird durch eine Sauerstoffverzehrkathode ersetzt. Es entstehen lediglich Chlor und Natronlauge. Das bedeutet: Die benötigte elektrische Spannung beträgt ungefähr nur noch zwei statt drei Volt. Das entscheidende Volt weniger.

„Die Änderung in diesem Prozess klingt einfach, war für die Chlor-Produktion allerdings eine bahnbrechende Entwicklung“, so Hanno Brümmer, der als Produktionsleiter im Segment Polyurethanes global auch für den Bereich Chlor zuständig ist. „Die Erfindung und ersten Entwicklungsarbeiten hatten 1992 in unserem Labor begonnen. Danach haben wir zusammen mit Thyssenkrupp das Verfahren weiterentwickelt und 2011 die erste Demonstrationsanlage im industriellen Maßstab in Krefeld-Uerdingen in Betrieb genommen“.

Chlor als wichtiges Vorprodukt für MDI-Hartschaum

Der Baubeginn für die neue Anlage in Tarragona ist für das erste Halbjahr 2019 vorgesehen. Chlor wird in Tarragona für die Produktion von MDI benötigt. MDI ist ein Vorprodukt für Hartschäume, die als ausgezeichnete Dämmstoffe beispielsweise in Gebäuden und Kühlgeräten eingesetzt werden und dort für Energieeinsparungen sorgen. Genauso wie die eingesetzte SVK-Technologie bei der Chlorproduktion. Im Vergleich zum üblichen Verfahren werden jährlich rund 22.000 Tonnen weniger CO2-Emissionen pro Jahr entstehen. Dies entspricht in etwa den Emissionen von 15.000 Autos pro Jahr.

Über Covestro:
Mit einem Umsatz von 14,1 Milliarden Euro im Jahr 2017 gehört Covestro zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft, die Holzverarbeitungs- und Möbelindustrie sowie der Elektro-und Elektroniksektor. Hinzu kommen Bereiche wie Sport und Freizeit, Kosmetik, Gesundheit sowie die Chemieindustrie selbst. Covestro produziert an 30 Standorten weltweit und beschäftigt per Ende 2017 rund 16.200 Mitarbeiter (umgerechnet auf Vollzeitstellen).

Mehr Informationen finden Sie unter www.covestro.com.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Covestro AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Covestro in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf www.covestro.com zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.