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Dienstag - 9. Dezember 2014

Inbetriebnahme der TDI-Anlage in Dormagen

Aus den Ausführungen von Patrick Thomas

Vorstandsvorsitzender der Bayer MaterialScience AG

(Es gilt das gesprochene Wort)

(2014-1516)


Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Kraft,
sehr geehrter Herr Landrat Petrauschke,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Lierenfeld,
sehr geehrter Herr Dekkers,
verehrte Gäste,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute ist für unser Unternehmen ein besonderer Tag. Ein Tag, an dem es um eines unserer Erfolgsprodukte geht: um die Chemikalie Toluylen-Diisocyanat, kurz: TDI. Ein Tag, an dem es um moderne, effiziente Produktion geht, ein Tag, der gut ist für uns und die Region.

Soweit mein Einstieg in deutscher Sprache. Unter uns sind viele Gäste aus dem europäischen Ausland. Ich bitte um Verständnis, dass ich in Englisch fortfahre.

TDI – die meisten von uns haben mit ziemlicher Sicherheit in der vergangenen Nacht darauf gelegen oder bei der Herfahrt heute im Auto darauf gesessen.

Denn Toluylen-Diisocyanat ist ein Vorprodukt für Polyurethan-Weichschaum. Und der wird eingesetzt in komfortablen Matratzen oder modernen Autositzen, in Polstermöbeln und vielen weiteren Anwendungen. Ein Kunststoff, der weltweit gefragt ist und der dazu beiträgt, das Leben angenehmer zu machen.

Wir nehmen heute eine neue Anlage zur Herstellung von TDI offiziell in Betrieb. Nicht irgendeine Anlage, sondern die weltweit effizienteste ihrer Art.

250 Millionen Euro Kerninvestition haben wir uns diese Anlage kosten lassen. Rechnen wir den Aufwand für verschiedene Rahmen- und Versorgungsbetriebe im Umfeld hinzu, kommen wir auf eine Gesamtinvestition von über 400 Millionen Euro. Ein größeres Projekt in unserem Industriegeschäft hat es an unseren deutschen Standorten in der vergangenen Dekade nicht gegeben.

Meine Damen und Herren, verehrte Gäste,
danke, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind, um mit uns hier und jetzt den Produktionsstart zu feiern. Im Namen meiner Vorstandskollegen und unserer Mitarbeiter darf ich Sie dazu ganz herzlich begrüßen. Liebe Frau Kraft, ich freue mich ganz besonders, dass Sie es möglich machen konnten, bei uns zu sein. Ich erinnere mich an die 150-Jahr-Feier von Bayer letztes Jahr in Köln. Da haben Sie Ihren Besuch in Dormagen schon angekündigt. Aber wir alle kennen prall gefüllte Terminkalender. Umso schöner, dass es wirklich geklappt hat. Willkommen also bei BMS, willkommen hier in Dormagen.

Besonders begrüßen möchte ich an dieser Stelle auch Dr. Marijn Dekkers, den Vorstandsvorsitzenden von Gesamt-Bayer. Dass der Konzern auf der einen und MaterialScience auf der anderen Seite bald getrennte Wege gehen werden, ist bekannt. Wir werden die Trennung in Freundschaft vollziehen. Das haben wir uns fest vorgenommen. Und dass Herr Dekkers heute bei uns ist, zeigt, dass er uns darin unterstützt.

MaterialScience ist weltweit erstklassig aufgestellt und bestens vorbereitet, in die Eigenständigkeit zu gehen. Unsere Produkte sind gefragt, unsere Kunden schätzen unsere Innovationskraft, wir nehmen in unseren Märkten Spitzenpositionen ein. Wir haben eine tolle Mannschaft und moderne Produktionsanlagen in aller Welt. Egal in welcher Region – wir sind nahe an unseren Abnehmerindustrien, an unseren Kunden. Mit der neuen TDI-Anlage hier am Standort Dormagen setzen wir erneut einen Meilenstein. Wir nehmen hier eine Produktionseinheit in Betrieb, um die uns der Wettbewerb wahrhaft beneiden dürfte.

Technologieführerschaft – darauf erheben wir in unserer Branche Anspruch. Neben Innovationen auf der Produktebene konzentriert sich Bayer MaterialScience seit jeher auf die Entwicklung neuer und besserer Herstellungsverfahren. Das ist eine unserer besonderen Stärken. Ziel ist es, zur Schonung der Umwelt beizutragen sowie dem eigenen Unternehmen und den Kunden Kostenvorteile und technologische Vorsprünge zu verschaffen. Das ist hier in Dormagen mit der neuen TDI-Anlage perfekt gelungen. Die hier eingesetzte Verfahrenstechnologie setzt global neue Maßstäbe in der effizienten und klimaschonenden TDI-Produktion.

Ein paar Fakten: Gegenüber einer konventionellen Anlage gleicher Größe ermöglicht unser Verfahren Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent. Zudem kommt die Technologie mit bis zu 80 Prozent weniger Lösungsmittel aus. Dies trägt zu einer deutlich besseren Energie- und Umweltbilanz bei. Und es sichert uns darüber hinaus auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die neue Anlage erfüllt zudem höchste Anforderungen an die Sicherheit.

Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Das Thema Nachhaltigkeit spielt nicht nur hier in Dormagen, sondern in der gesamten Strategie von MaterialScience eine große Rolle. Allen unseren Aktivitäten liegt ein umfassender Nachhaltigkeits-Gedanke zu Grunde. Wir haben uns selbst verpflichtet, Wertschöpfungsketten ganzheitlich zu betrachten, wollen sowohl gesellschaftliche als auch ökologische und ökonomische Aspekte berücksichtigen.

Wie ich schon eben gesagt habe, tragen zu unserem Unternehmenserfolg engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter bei. Sie sollen sich bei MaterialScience bestmöglich entfalten und weiterentwickeln können.

Hier in Dormagen sind mit der neuen Anlage 20 neue Arbeitsplätze entstanden. Das mag auf den ersten Blick bescheiden wirken. Aber ich möchte Sie auf folgendes aufmerksam machen:

Ein Großprojekt wie die TDI-Anlage wirkt weit über die Unternehmensgrenzen hinaus. Mehr als 500 Arbeitskräfte waren während der Bauphase in dem Projekt gebunden. Viele Auftragnehmer kommen aus der Region. Auch in Zukunft, im laufenden Betrieb werden Firmen aus Dormagen und Umgebung für Wartungsarbeiten, Bau- und Instandhaltung sowie technische Dienstleitungen im Umfeld der neuen Anlage integriert sein. Die bestehenden Arbeitsplätze in Vorbetrieb und Logistik werden gesichert. Das gilt auch für tausende weitere Stellen, die in der Wertschöpfungskette in Nordrhein-Westfalen und Deutschland mit der TDI-Produktion verbunden sind.

Meine Damen und Herren,
mit der neuen TDI-Anlage ist Dormagen nunmehr unser europäisches Zentrum für die Herstellung von TDI. Das ist ein Signal von uns, dass wir zum Standort Deutschland und speziell zum Chemieland Nordrhein-Westfalen stehen. Unsere Industrie ist eine Basis des Wohlstandes im Lande. Wir wollen diese Basis halten und stärken, indem wir weiter investieren. Dafür brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen in Politik und Administration. Und nicht zuletzt die notwendige öffentliche Akzeptanz. Darum werben wir, dafür setzen wir uns ein. Das ist beim TDI-Projekt auch gut gelungen.
2008 ist der Plan geboren worden, die neue Anlage in Dormagen anzugehen. Heute nehmen wir sie offiziell in Betrieb. Ich danke allen, die an der erfolgreichen Umsetzung beteiligt waren: der Politik, die das Projekt unterstützt hat, und den Genehmigungsbehörden, namentlich der Bezirksregierung Köln. Ich danke den Planern, Ingenieuren, Stahlbauern, Monteuren und Handwerkern. Mein Dank gilt auch unseren Kollegen von Bayer Technology Services und nicht zuletzt den eigenen Mitarbeitern von BMS und dem Projektteam um TDI-Programm-Manager Steffen Kühling.

Hier ist eine Produktionsanlage der Extraklasse geschaffen worden. Sie ist eine Meisterleistung der Ingenieurkunst. Bleibt zu wünschen, dass die Anlage stets sicher produziert, dass sie den wachstumsstarken internationalen TDI-Markt stets zuverlässig beliefert und damit beiträgt zum künftigen Erfolg unseres Unternehmens.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.