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Freitag - 29. Januar 2016

Eröffnung Pilotanlage Krefeld-Uerdingen

Aus den Ausführungen von Dr. Klaus Jaeger

Standortleiter Nordrhein-Westfalen

(Es gilt das gesprochene Wort)



Sehr geehrte Frau Bundesministerin Hendricks, sehr geehrte Bundestags- und Landtagsabgeordnete, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Meincke, liebe Frau Betriebsratsvorsitzende Kronen, lieber Herr Steilemann, Herr Schaefer und – natürlich - liebes Uerdingen-Team!

Ich freue mich, seitens der Covestro-Standortleitung Nordrhein-Westfalen Sie zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen – wie Sie sehen und spüren – auch bewusst in einem produktions-orientierten Umfeld. Und in einem für unsere Firma geschichtlichen.

1953 entdeckte der Chemiker Hermann Schnell hier – nur 300 Meter entfernt – das Polycarbonat Makrolon. Ein Hochleistungskunststoff, der seitdem in vielen Bereichen wie dem Automobilbau, der Unterhaltungselektronik, dem Bauwesen oder der Medizintechnik Einzug gehalten hat. Seine industrielle Herstellung begann 1958 und dauert an. Dies verweist sowohl auf die Bedeutung des Standorts in der Historie, aber auch aktuell auf unser heutiges Treffen mit Gästen aus dem Bundesumweltministerium und damit auf die nach wie vor andauernde Bedeutung für unsere Produktion am Niederrhein.

Mit einem Umsatz von 11,8 Milliarden Euro im Jahr 2014 gehört Covestro zu den weltweit größten Kunststoff-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die wie Polycarbonat im täglichen Leben Verwendung finden. Wir produzieren an 30 Standorten weltweit und beschäftigen rund 15.700 Mitarbeiter.

Etwa 6.000 Kolleginnen und Kollegen arbeiten in NRW. Am Standort Krefeld-Uerdingen sind es derzeit gut 1.100 Beschäftigte. Die Niederrheinwerke haben in etwa einen Anteil von 30 Prozent an unserer weltweiten Produktion.

Im Rückblick war 2015 für uns ein ganz besonderes und erfolgreiches Jahr: Wir haben Covestro als eigenständiges Unternehmen gegründet, sind inzwischen an der Börse gelistet und in einem wichtigen Börsenbarometer, dem MDAX, vertreten. Und es sieht ganz danach aus, dass 2015 für Covestro auch wirtschaftlich erfolgreich war.

Meine Damen und Herren, ich denke: Wir alle können stolz sein auf das, was wir im vergangenen Jahr erreicht haben.

Und was mir sehr wichtig ist zu betonen: Nie haben wir bei diesen zahlreichen Zusatz-Aktivitäten zum normalen Geschäft das Thema Sicherheit aus den Augen verloren. Gerade im immer kritischeren Umfeld der Genehmigungsprozesse im Anlagenbau in Deutschland ist dies von grundlegender Bedeutung.

Mit unseren Unfallraten bei den eigenen Beschäftigten sowie den Mitarbeitern anderer Firmen, die für uns tätig sind, rangieren wir weltweit in der Spitzengruppe – auf Augenhöhe mit Firmen wie Dow, LyondellBasell und Evonik.

Neben dem Thema Sicherheit wird bei Covestro besonders Nachhaltigkeit ganz groß geschrieben – in dreifacher Hinsicht: Wir wollen die Umwelt schonen, die Gesellschaft im Wohlbefinden voranbringen und damit einen Mehrwert schaffen. Dabei achten wir ganz besonders auf den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Ein Weg ist, Stoffkreisläufe in den Herstellprozessen so weit wie möglich zu schließen.

Und dieser Weg ist auch Anlass unseres heutigen Treffens. Wir freuen uns, dass unsere Pilotanlage zur Wiederverwertung von salzhaltigem Abwasser aus der Polycarbonat-Produktion jetzt in Betrieb geht. Doch wissen wir alle, dass einem solchen Erfolge nicht in den Schoß fallen. Sie müssen erarbeitet werden. Und vor allem auch: finanziert.

Insofern danke ich Ihnen, sehr geehrte Frau Bundesministerin, und natürlich der Landesregierung ganz herzlich für die Unterstützung unseres Projekts mit Mitteln aus dem Umwelt-Innovationsprogramm. Wir können Ihnen versichern: Es sind gut angelegte Mittel.

Wofür dienen sie konkret? Nun, in der neuen Anlage wird erstmalig in Deutschland salzhaltiges Industrieabwasser im Rahmen einer industriellen Pilotanlage wiederverwertet. Solches vorgereinigtes Salzwasser wird üblicherweise in Gewässer eingeleitet. Weil es dem Team gelungen ist, das Wasser noch effektiver von organischen Reststoffen zu befreien, kann mit Hilfe der neuen Anlage jetzt ein Teil des Abwassers zur Produktion von Chlor in der Elektrolyse wiederverwendet werden. Chlor wiederum ist einer der wesentlichen Rohstoffe bei der Herstellung des bereits erwähnten Polycarbonats – aber auch anderer Kunststoffe am Standort Uerdingen.

Die Chlorherstellung erfolgt hier in einem Elektrolyseverfahren. Dank des neuen Verfahrens lassen sich dabei jetzt pro Jahr bis zu 30.000 Tonnen Salz und 400.000 Tonnen Wasser einsparen. Pro Stunde kann die Einleitung von bis zu 70 Kubikmetern salzhaltigen Abwassers in den Rhein vermieden werden. Das schont unsere Trinkwasserressourcen. Und zwar doppelt.
Zum einen brauchen wir weniger zusätzliches Wasser für die Elektrolyse. Zum anderen – und das ist in der Tat der noch wichtigere Punkt – nutzen wir das Salz (der Chemiker spricht von Natriumchlorid) in einem Stoffverbund, um es wieder verwenden zu können.

Das senkt unsere Rohstoff- und Herstellkosten. Gleichzeitig verbessern wir aber auch unseren sogenannten Carbon Footprint. In diese CO2-Bilanz fließt nämlich ein, dass wir auf diese Art und Weise in entsprechendem Maße CO2-Emissionen vermeiden. Schließlich muss ja weit weniger neues Salz zusätzlich eingesetzt und transportiert werden.

Wir haben dies einmal für unsere Pilotanlage zusammengerechnet. Demnach bringt uns eine Verringerung des Ressourceneinsatzes eine Reduzierung von 6.200 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr.

Über diese enorme Weiterentwicklung unserer Stoff-Ausbeuten gelingt also eine noch effizientere Verwendung der Einsatzstoffe im Herstellprozess. Und so stärkt das neue Verfahren unsere gesamte Verbundstruktur im wichtigen Standort Krefeld-Uerdingen. Denn die Polycarbonat-Produktion ist die Quelle des zurückgewonnenen Chlors – aber danach steht es unserer gesamten Produktion hier zur Verfügung.

Als Leiter unserer Niederrhein-Werke freue ich mich mit allen Beteiligten über die heutige offizielle Inbetriebnahme unserer Pilotanlage zur Kreislaufführung natriumchloridhaltiger Prozess-Abwässer.
Und übergebe damit an Covestro-Vorstandsmitglied Dr. Markus Steilemann, der vor allem auf die Bedeutung von Innovationen wie diejenige hier in Uerdingen eingehen wird.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit – und bitteschön, lieber Herr Steilemann!

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Covestro AG beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, welche die Covestro AG und die Bayer AG in veröffentlichten Berichten beschrieben haben. Diese Berichte stehen auf der Covestro-Website www.covestro.com sowie auf der Bayer-Website www.bayer.de zur Verfügung. Covestro und Bayer übernehmen keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.