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Donnerstag - 26. Februar 2015

Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Dr. Marijn Dekkers

Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie zur Präsentation des Jahresabschlusses 2014. Es freut mich sehr, dass Sie alle gekommen sind.

Wie Sie wissen, war 2014 für Bayer das Jahr eins nach unserem Jubiläumsjahr – sozusagen der Anfang der nächsten 150 Jahre Bayer. Und tatsächlich haben wir im vergangenen Jahr Weichen gestellt, die die Zukunft unseres Unternehmens auf lange Sicht prägen werden. Wir haben die Trennung von MaterialScience beschlossen und damit den Wandel zu einem reinen Life-Science-Unternehmen in die Wege geleitet.

Gleichzeitig haben wir unsere Life-Science-Bereiche – HealthCare und CropScience – durch wichtige Akquisitionen verstärkt. Ich denke dabei insbesondere an die Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co. für 14,2 Milliarden US-Dollar, die zweitgrößte Akquisition in der Geschichte von Bayer. Zudem konnten wir die Akquisition des norwegischen Unternehmens Algeta, mit dem wir schon seit 2009 bei Entwicklung und Vertrieb des Krebsmedikaments Xofigo™ kooperiert haben, erfolgreich abschließen.

Aber 2014 war nicht nur ein ereignisreiches Jahr mit wichtigen strategischen Entscheidungen, sondern auch in operativer Hinsicht ein überaus erfolgreiches Jahr. Lassen Sie mich nun also auf die Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 eingehen.


(2015-1500-1)

Der Konzernumsatz stieg um 7,2 Prozent auf 42,2 Milliarden Euro und war damit so hoch wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens. Dazu hat vor allem die anhaltende Wachstumsdynamik in unseren Life-Science-Geschäften beigetragen, und hier insbesondere die erfreuliche Entwicklung unserer neueren Produkte – dazu später mehr. Aber auch bei MaterialScience legte der Umsatz erfreulich zu. Bitte beachten Sie, dass ich beim Umsatz immer von währungs- und portfoliobereinigten Veränderungen spreche.

Beim EBIT erreichten wir eine Steigerung um 11,6 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 4,9 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zu. Auch das ist ein Rekordwert in der Unternehmensgeschichte – und dies trotz negativer Währungseffekte von etwa 410 Millionen Euro. Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie konnten wir um 7,3 Prozent auf 6,02 Euro steigern.

Zu beachten ist auch, dass wir diese sehr guten Ergebniszahlen nicht auf Kosten unserer langfristigen Wachstumsperspektiven erreicht haben – im Gegenteil: Wir haben auch im vergangenen Jahr wieder erheblich in unsere Zukunft investiert. So sind beispielsweise unsere Aufwendungen sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in Marketing und Vertrieb deutlich gestiegen.


(2015-1500-2)

Die positive Geschäftsentwicklung spiegelt sich auch in der Kursentwicklung der Bayer-Aktie wider, wie Sie hier sehen können. Unser Aktienkurs entwickelte sich im vergangenen Jahr besser als geeignete Vergleichsindizes. Bayer erreichte Ende 2014 eine Börsenkapitalisierung von rund 93 Milliarden Euro und wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal das wertvollste Unternehmen im deutschen Aktienindex. Und zu Beginn des laufenden Jahres setzte sich die Entwicklung fort – aktuell liegt die Marktkapitalisierung bei rund 105 Milliarden Euro.


(2015-1500-3)

Erfreulich aus Anlegersicht ist darüber hinaus der Blick auf die Kursentwicklung im mittelfristigen Verlauf. Die Tabelle auf dem Slide zeigt, dass kein Vergleichsindex auch nur annähernd die Performance der Bayer-Aktie erreicht hat – weder in der dreijährigen noch in der fünfjährigen Betrachtung.

Diese Wertentwicklung begründet unsere derzeit herausgehobene Stellung am Kapitalmarkt.


(2015-1500-4)

Meine Damen und Herren,
An der beeindruckenden Entwicklung des Unternehmens wollen wir auch unsere Aktionäre wieder angemessen beteiligen. Die entsprechenden Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat haben wir Ihnen gestern mitgeteilt: Wir werden der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende auf 2,25 Euro anzuheben. Nachdem wir im vergangenen Jahr 2,10 Euro pro Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet haben, entspricht das einer Steigerung von 7 Prozent.

Aber nicht nur die Anteilseigner, auch die Mitarbeiter profitieren Jahr für Jahr von der positiven Geschäftsentwicklung von Bayer. Für das Geschäftsjahr 2014 sind allein im Rahmen des konzernweiten kurzfristigen Incentive-Programms Einmalzahlungen in Höhe von insgesamt rund 900 Millionen Euro an unsere Beschäftigten vorgesehen. Denn wir wissen: Nur mit hoch qualifizierten, motivierten und engagierten Mitarbeitern kann das Unternehmen weiterhin erfolgreich sein. Ihnen möchte ich an dieser Stelle für ihre hervorragende Arbeit danken.

Lassen Sie mich nun etwas näher auf die Geschäftsentwicklung der Teilkonzerne eingehen. Beginnen wir mit HealthCare.


(2015-1500-5)

Der Umsatz von HealthCare erhöhte sich im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent auf fast 20 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem der deutliche Anstieg im Pharma-Geschäft bei, das um 11 Prozent zulegte.

Unser Consumer-Health-Geschäft lag insgesamt leicht über dem Vorjahr. Zuwächse gab es bei Consumer Care, also bei den rezeptfreien Produkten, und in unserem Tiergesundheitsgeschäft. Der Umsatz von Medical Care ging dagegen zurück. Hier waren die Umsätze unserer Blutzucker-Messsysteme insbesondere in den USA durch Preisrückgänge beeinträchtigt.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen konnten wir bei HealthCare um 2,8 Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro steigern. Dazu trug vor allem die erfreuliche Geschäftsentwicklung bei Pharma bei. Das Ergebnis bei Consumer Health war dagegen leicht rückläufig. Insgesamt wirkten sich höhere Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei Pharma, höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb und Währungseffekte negativ auf das Ergebnis bei HealthCare aus.

Die größten Wachstumstreiber bei Pharma waren wiederum unsere neueren Produkte: Der Gerinnungshemmer Xarelto™, das Augenmedikament Eylea™, die Krebsmedikamente Stivarga™ und Xofigo™ sowie Adempas™ gegen Lungenhochdruck. Diese Produkte haben entscheidend dazu beigetragen, dass wir unter den großen Pharma-Unternehmen mit am schnellsten wachsen.

Hinzu kommt, dass wir unser HealthCare-Geschäft mit den Übernahmen von Algeta, der Consumer-Care-Division von Merck & Co. und dem chinesischen Unternehmen Dihon erheblich verstärkt haben.


(2015-1500-6)

Wie Sie hier sehen, erzielten unsere fünf neueren Pharma-Produkte zusammen einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. So setzte sich das dynamische Umsatzwachstum bei Xarelto™ fort: Mit einer Steigerung von rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 1,7 Milliarden Euro ist der Gerinnungshemmer jetzt unser umsatzstärkstes Pharma-Produkt. Auf dem Gesamtmarkt für Gerinnungshemmer hat es mittlerweile einen Anteil von 32 Prozent – der höchste unter den neuen oralen Gerinnungshemmern. Und bei Eylea™, das für weitere Indikationen zugelassen wurde, konnten wir den Umsatz sogar um gut 130 Prozent steigern. Im Jahr 2015 soll der Umsatz der fünf hier aufgeführten Produkte in Richtung 4 Milliarden Euro gesteigert werden.

Insgesamt gehen wir weiterhin davon aus, dass sich ihr jährliches Spitzenumsatzpotenzial auf mindestens 7,5 Milliarden Euro addiert.


(2015-1500-7)

Einen weiteren operativen und strategischen Schwerpunkt bei HealthCare bildete im vergangenen Jahr unser Consumer-Care-Geschäft. Hier stieg der Umsatz um 5,3 Prozent auf mehr als 4,2 Milliarden Euro. Zudem galt es, die Integration der bereits erwähnten Zukäufe – des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co. und Dihon – in unser Geschäft zu integrieren. Dies verläuft planmäßig.

Wären diese Akquisitionen bereits zum Januar 2014 erfolgt, dann läge unser Consumer-Care-Umsatz im vergangenen Jahr bei rund 5,6 Milliarden Euro. Damit haben wir Johnson & Johnson überholt und belegen nun einen starken zweiten Platz im Markt, hinter dem geplanten Joint Venture von Novartis und Glaxo. Der stabile Cashflow in diesem Bereich trägt dazu bei, die Volatilität in unseren anderen Geschäften auszubalancieren.

Und wir haben uns auch für die Zukunft bei Consumer Care einiges vorgenommen: In den nächsten zwei Jahren wollen wir unser Geschäft in den Wachstumsmärkten weiter
ausbauen und das Synergiepotenzial aus den Akquisitionen heben. Und wir streben weiterhin ergänzende Zukäufe und Allianzen an, wenn sich geeignete Möglichkeiten dazu ergeben.

Hinzu kommt, dass wir in diesem Bereich über sehr gute, bekannte Marken verfügen – neben Aspirin™ zum Beispiel das Hautpflegemittel Bepanthen™ oder das Schmerzmittel Aleve™. Wie attraktiv selbst diese seit langem auf dem Markt etablierten Produkte sind, zeigt ihre aktuelle Entwicklung. So legte der Umsatz mit Aspirin™ – inklusive Pharma – im vergangenen Jahr um 5 Prozent zu. Aleve™ wuchs um 10 Prozent, bei Bepanthen™ waren es sogar 18 Prozent. In diesen Produkten steckt also noch erhebliches Potenzial.

Und durch die Übernahme der Consumer-Care-Division von Merck & Co. sind weitere bekannte Marken in diesem Bereich hinzugekommen. Dazu gehören zum Beispiel Claritin™ oder Coppertone™. Nun wird es darum gehen, die Absatzperspektiven dieser Marken zu stärken, indem wir sie möglichst eng mit der starken Dachmarke Bayer verknüpfen. Denn nach unseren Untersuchungen greifen die Menschen besonders gern zu einem Produkt, wenn sie wissen, dass es von Bayer ist. Das Bayer-Kreuz wird weltweit als Zeichen für Qualität und Zuverlässigkeit wahrgenommen.

Meine Damen und Herren,
bei allem, was wir tun, steht bei uns im Vordergrund, dass die innovativen Moleküle, auf denen unsere Produkte basieren, den Patienten wirklich helfen. Dass sie ihnen wieder eine Perspektive geben, dass sie ihr Leben verbessern. Denn das ist es, was wir mit „Bayer: Science For A Better Life“ meinen und was unsere Mission mit Leben füllt.

Lassen Sie mich als Beispiel dafür kurz erläutern, welchen Nutzen Adempas™, unser Medikament gegen Lungenhochdruck, den Patienten bietet.


(2015-1500-8)

Eine Form des Lungenhochdrucks ist die chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie, kurz CTEPH. Es ist eine schwere, fortschreitende Krankheit, bei der Blutgerinnsel die Gefäße der Lunge verstopfen. Dadurch gelangt nicht genug Sauerstoff in den Blutkreislauf, und das Herz muss stärker pumpen. Dies kann zu Herzversagen und zum Tod führen.

Patienten haben große Schwierigkeiten, ein normales Leben zu führen. Sie fühlen sich müde, leiden an Schwindel, Ohnmachtsanfällen und Kurzatmigkeit. Schon der Weg zur Bushaltestelle oder ein paar Treppenstufen werden zur Qual. Der Arbeitsalltag ist häufig nicht mehr zu schaffen.

Da die Erkrankung selten ist und die Symptome viele andere Ursachen haben können, dauert es oft bis zu zwei Jahre, bis ein Arzt die richtige Diagnose stellt. In vielen Fällen kann dann eine spezielle Operation helfen oder sogar heilen. Allerdings kommt diese Operation für ein Drittel der Patienten nicht in Frage, und sie hilft auch nicht immer: Bei wiederum etwa einem Drittel der Patienten tritt die Krankheit nach der Operation erneut auf.

Mit Adempas™ gibt es nun erstmals ein Medikament zur Behandlung dieser Krankheit. Es weitet die Blutgefäße in der Lunge und verbessert so die Sauerstoffversorgung der Patienten. Das Herz wird entlastet und die Leistungsfähigkeit gesteigert.

Aber es hat sehr lange gedauert, dieses neuartige Medikament zu entwickeln. Die Geschichte des Wirkstoffs in Adempas™ – Riociguat – fängt im Jahr 1987 an. Damals erkannten Wissenschaftler, dass der menschliche Körper Stickstoffmonoxid erzeugt und damit den Gefäßdurchmesser, den Blutdruck und die Blutgerinnung reguliert. Als Medikament ist Stickstoffmonoxid aber schwer einzusetzen: Mit einer Halbwertszeit von nur fünf bis zehn Sekunden ist es schnell wieder verschwunden.

Doch Stickstoffmonoxid hat einen Partner, das Enzym „lösliche Guanylatzyklase“. Im Jahr 1994 begannen Bayer-Forscher mit der intensiven Suche, um über diesen Umweg die Muskulatur der Gefäßwände zu entspannen, den Blutdruck in der Lunge zu senken und das Herz zu entlasten. Nach der Synthese von 4000 Substanzen wurden 1997 die ersten potenziellen Wirkstoffe identifiziert. Doch erst im Jahr 2000 gelang der Durchbruch mit Riociguat. Die erste Zulassung im September 2013 war dann der Höhepunkt einer fast 20-jährigen Forschungsreise.

Und es war gleichzeitig ein Meilenstein für Patienten mit Lungenhochdruck. Denn für ihren Alltag kann eine Behandlung mit Adempas viel bedeuten: Vielleicht ist jetzt die Bushaltestelle wieder erreichbar, und vielleicht ist es sogar wieder möglich zu arbeiten. Auch wenn wir die Patienten nicht heilen können, so können wir Ihnen mit Adempas™ doch helfen, wieder ein aktiveres und selbstständigeres Leben zu führen, also ihre Lebensqualität verbessern.


(2015-1500-9)

Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich nun zu CropScience kommen. Hier konnten wir den Umsatz um
11,2 Prozent auf rund 9,5 Milliarden Euro steigern und Marktanteile hinzugewinnen. Zu dieser erfreulichen Entwicklung trugen alle Geschäftsfelder und Regionen bei. Im Bereich Crop Protection stieg der Umsatz um 10,5 Prozent, das Saatgut-Geschäft legte um fast 20 Prozent zu. Wie schon im Jahr zuvor erzielten wir den deutlichsten Umsatzzuwachs in Lateinamerika – mit einem Plus von über 20 Prozent.


Das bereinigte EBITDA stieg bei CropScience um 5 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Bremsend wirkten höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Außerdem drückten negative Währungseffekte auch bei CropScience das Ergebnis.


(2015-1500-10)

Wie bei HealthCare waren es auch bei CropScience vor allem unsere neuen Produkte, die das Umsatzwachstum vorantrieben. Der Umsatz mit Pflanzenschutz-Produkten, die wir seit 2006 in den Markt eingeführt haben, ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen – auf 1,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Die neuen Produkte machen damit 70 Prozent des Umsatzzuwachses bei Crop Protection aus. Bis 2017 streben wir einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro mit diesen Produkten an.

Auch strategisch sind wir bei CropScience vorangekommen, zum Beispiel durch die Übernahme der argentinischen Biagro-Gruppe. Zum Portfolio von Biagro gehören unter anderem biologische Saatgut-Behandlungsmittel. Außerdem kauften wir das Saatgut-geschäft der paraguayischen Firma Granar, die auf Sojabohnen-Saatgut spezialisiert ist.

Lassen Sie mich nun auch für CropScience etwas ausführlicher auf ein Beispiel eingehen, das zeigt, wie wir mit unseren Produkten zur Lösung drängender Probleme beitragen.


(2015-1500-11)

Die Weltbevölkerung wird nach Schätzung der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2050 von derzeit rund 7 Milliarden auf über 9 Milliarden Menschen zunehmen. Für ein wichtiges Grundnahrungsmittel wie Reis bedeutet dies konkret: Der Bedarf wird sich bis dahin weltweit voraussichtlich verdoppeln.

Mit unserem Hybridreis-Saatgut Arize™ tragen wir dazu bei, diesen Bedarf zu decken. Sein Ertrag ist bis zu 30 Prozent höher als der von herkömmlichen Sorten.

In Indien zum Beispiel wächst Arize™ schon auf rund einer Million Hektar Land. Der Ertrag liegt dort bei rund 5 Tonnen pro Hektar, das ist rund eine Tonne mehr als bei herkömmlichem Reis. Das bedeutet: In Indien kann Jahr für Jahr rund eine Million Tonnen Reis mehr geerntet werden – ein wichtiger Beitrag zur Ernährungssicherung.

Arize™ bietet aber noch weitere Vorteile: Er ist nicht nur ertragreicher, sondern auch widerstandsfähiger gegen ungünstige Wetterbedingungen wie hohe Temperaturen oder Trockenheit. Denn Hybridreis hat ein robustes Wurzelsystem, durch das er Wasser und Nährstoffe besonders gut aufnehmen kann.

Und wir entwickeln die Sorten immer weiter: Im kommenden Jahr wollen wir in Indien und später in weiteren asiatischen Ländern Reis-Saatgut auf den Markt bringen, das mit Versalzung besser zurechtkommt.

Versalzene Böden sind ein Problem in vielen Regionen Asiens, das durch den Klimawandel noch verschärft wird. So gelangt zum Beispiel immer häufiger Meerwasser in das Delta von Flüssen. Unsere neue Reissorte soll noch bei einem Salzgehalt des Bodens wachsen, der doppelt so hoch ist wie der, den die widerstandsfähigsten Sorten heute vertragen können.

Auch gegen Überflutung sollen Reissorten, an denen unsere Züchter arbeiten, toleranter werden. Die dafür gewünschten Eigenschaften bringen wir durch aufwendige Kreuzungen in unsere Hochertragssorten ein. Dabei setzen wir modernste Methoden wie die molekulare Züchtung ein. So können wir zum Beispiel die Widerstandsfähigkeit einer Reissorte schon in frühen Wachstumsstadien durch die Analyse des Erbguts erkennen, was die Züchtung enorm beschleunigt.


(2015-1500-12)

Meine Damen und Herren,
kommen wir nun zu MaterialScience. Wie Sie wissen, haben wir im September unsere Pläne bekannt gegeben, diesen Teilkonzern an die Börse zu bringen. Hier sind wir auf Kurs – dazu gleich mehr.

Lassen Sie mich zunächst auf die Geschäftszahlen von MaterialScience eingehen. Der Umsatz des Teilkonzerns stieg im Jahr 2014 um fast 5 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Dies lag vor allem an höheren Absatzmengen. Die Absatzpreise gingen dagegen insgesamt leicht zurück.

Außer bei Industrial Operations, wo aufgrund sinkender Absatzpreise und -mengen ein rückläufiges Geschäft zu verzeichnen war, stiegen die Umsätze in allen Geschäftsbereichen. Den größten Zuwachs gab es bei Polycarbonates, hier legte der Umsatz um 7,2 Prozent zu.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich bei MaterialScience um 10,7 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Neben den höheren Absatzmengen trugen dazu vor allem Einsparungen aus unseren Effizienzmaßnahmen bei, sowie niedrigere Rohstoff- und Energiekosten. Belastet wurde das Ergebnis durch den Rückgang der Absatzpreise. Währungsschwankungen hatten dagegen unter dem Strich keine Auswirkungen auf das Ergebnis des Teilkonzerns.


(2015-1500-13)

Nun zurück zum geplanten Börsengang von MaterialScience, den wir unverändert bis spätestens Mitte 2016 planen. Wir haben mittlerweile die sogenannte Design-Phase abgeschlossen. Das bedeutet, dass die zukünftigen gesellschaftsrechtlichen und organisatorischen Strukturen ausgearbeitet sind. In den kommenden Monaten wird es nun darum gehen, diese umzusetzen. Außerdem haben wir die Besetzung wichtiger Management-Positionen festgelegt.

Der nächste wichtige Meilenstein in dem Prozess ist dann die wirtschaftliche und rechtliche Trennung von MaterialScience, der sogenannte Carve-out. Dieser soll bis Ende August abgeschlossen sein. Und in der zweiten Jahreshälfte werden wir voraussichtlich entscheiden, welche der möglichen Varianten für den Börsengang wir wählen – ob es ein IPO wird oder ein Spin-off.

Soweit der erste Teil meiner Ausführungen. Herr Dietsch wird Ihnen nun weitere Kennzahlen aus unserer Bilanz 2014 erläutern.

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REDE DIETSCH
(siehe separates Dokument)

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(Fortsetzung Rede Dr. Dekkers)

Meine Damen und Herren,
anknüpfend an die Ausführungen von Herrn Dietsch möchte ich Ihnen nun die Finanzziele für den Konzern vorstellen.


(2015-1500-14)

Wir blicken weiterhin optimistisch in die Zukunft. So planen wir für 2015 einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg im unteren einstelligen Prozentbereich. Dieser Prognose liegen die Wechselkurse zum Stichtag 31. Dezember 2014 zugrunde.

Unter Berücksichtigung eines erwarteten positiven Währungseffektes gegenüber dem Vorjahr von etwa 3 Prozent ergibt sich daraus ein Konzernumsatz in einer Größenordnung von 46 Milliarden Euro. Begrenzt wird unsere Umsatzerwartung für den Konzern durch den Ausblick von MaterialScience. Dort erwarten wir aufgrund sinkender Absatzpreise einen Rückgang des Umsatzes – trotz eines weiteren Mengenwachstums.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen planen wir im unteren bis mittleren Zehner-Prozentbereich zu steigern. Darin sind erwartete positive Währungseffekte von etwa 200 Millionen Euro, oder circa 2 Prozent, enthalten. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie rechnen wir mit einer Steigerung im unteren Zehner-Prozentbereich. Hier schlagen die Währungseffekte etwa mit drei Prozent zu Buche.

Für das Jahr 2015 planen wir Sonderaufwendungen in einer Größenordnung von etwa 700 Millionen Euro. Sie entfallen im Wesentlichen auf die Integration der erworbenen Consumer-Care-Geschäfte sowie auf Aufwendungen im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang von MaterialScience.


(2015-1500-15)

Betrachten wir den Ausblick für die einzelnen Teilkonzerne, so sehen wir: Das Wachstum erwarten wir vor allem in den Life-Science-Bereichen. So rechnen wir bei HealthCare mit einem Umsatzzuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich auf circa 23 Milliarden Euro und einer Steigerung des bereinigten EBITDA im mittleren Zehner-Prozentbereich.

Für CropScience gehen wir bei Umsatz und bereinigtem EBITDA von einer Steigerung im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Bei MaterialScience hingegen erwarten wir, wie bereits erwähnt, einen Umsatzrückgang. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen rechnen wir für MaterialScience mit einer deutlichen Steigerung.

Meine Damen und Herren,
unser Optimismus spiegelt sich auch darin wider, dass wir erneut eine deutliche Steigerung unserer Investitionen in Forschung und Entwicklung planen. So wollen wir unsere F&E-Aufwendungen im Jahr 2015 um etwa 10 Prozent auf mehr als 4 Milliarden Euro erhöhen. Der Großteil davon – rund 3,8 Milliarden Euro – entfällt auf unsere Life-Science-Bereiche.

Dies zeigt, wie sehr wir von unserer Innovationskraft und von der Zukunft unseres Geschäftsmodells überzeugt sind. Doch lassen Sie mich betonen: Wir brauchen auch langfristig günstige und stabile Rahmenbedingungen, um auf Dauer erfolgreich zu sein.

Zum Beispiel habe ich mehrfach darauf hingewiesen, dass wir als Innovationsunternehmen auf ein gesellschaftliches Umfeld angewiesen sind, das Neuerungen aufgeschlossen gegenübersteht. Es gilt daher, den Nutzen innovativer Produkte immer wieder und immer besser zu erklären – eine Aufgabe, der sich alle Akteure in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik stellen müssen. Denn um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen und das Leben der Menschen weiter zu verbessern, brauchen wir Innovation – davon bin ich fest überzeugt.

Lassen Sie mich einen weiteren Aspekt ansprechen, der mir vor allem für Deutschland wichtig erscheint. Die Innovationsfähigkeit eines Landes hängt auch entscheidend davon ab, wie viele Unternehmen neu gegründet werden. Gerade im Life-Science-Bereich entstehen neue Firmen aber nur, wenn ausreichend Wagniskapital zur Verfügung steht. In Deutschland ist dieser Markt aber unterentwickelt: In den vergangenen drei Jahren wurden rund zwei Milliarden Euro an Wagniskapital investiert – in den USA waren es 64 Milliarden Euro.

Wir müssen daher in Deutschland Wagniskapital-Investitionen erleichtern und vor allem steuerlich attraktiver machen. Dies würde die Innovationskraft des Landes stärken und wäre damit auch ein wichtiger Schritt hin zu mehr Wachstum und zusätzlichen Arbeitsplätzen.

Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich nun kurz unsere strategischen Prioritäten für das Jahr 2015 zusammenfassen.


(2015-1500-16)

Erstens: Wir werden uns darauf konzentrieren, das organische Wachstum unserer Life-Science-Bereiche HealthCare und CropScience weiter voranzutreiben. Dabei stehen unsere neueren Pharma-Produkte im Vordergrund. Und auch bei CropScience wird das Wachstum vor allem von innovativen Produkten getrieben, die wir in den vergangenen Jahren auf den Markt gebracht haben.

Ein zweiter Schwerpunkt wird sein, die im vergangenen Jahr erfolgten Übernahmen im Consumer-Care-Geschäft zu integrieren. Die strategische Bedeutung dieses Geschäfts und der jüngsten Akquisitionen habe ich bereits erläutert.

Drittens wird uns natürlich die Trennung von MaterialScience beschäftigen – auch darauf bin ich schon ausführlich eingegangen.

Und viertens schließlich werden wir den Wandel zum reinen Life-Science-Unternehmen, der mit der Trennung von MaterialScience in die Wege geleitet wird, mit aller Kraft vorantreiben.

Wie wir von Anfang an gesagt haben, betrifft dies auch die Organisationsstruktur von Bayer. Daher haben wir kürzlich ein Projekt gestartet, das die Konzernstruktur überprüfen und Vorschläge für eine Neuorganisation ausarbeiten soll.

Ziel der Neuorganisation wird es sein, die Strategie von Bayer als führendem Life-Science-Unternehmen bestmöglich zu unterstützen und uns gegenüber dem Wettbewerb noch schlagkräftiger aufzustellen. Es geht ausdrücklich nicht darum, Arbeitsplätze abzubauen. Wir erwarten nach wie vor, dass die Beschäftigung bei Bayer in den nächsten Jahren stabil bleiben wird – und zwar sowohl weltweit als auch in Deutschland. Und natürlich bleibt die im September vereinbarte Beschäftigungssicherung in Deutschland bis 2020 gültig.

Meine Damen und Herren,
Es ist mir wichtig zu betonen, dass wir mit der Trennung von MaterialScience keineswegs mit der Tradition des Unternehmens brechen. Im Gegenteil: Der Erfolg von Bayer gründete immer darauf, neue Moleküle zu erfinden, um daraus innovative und nützliche Produkte zu machen. Am Anfang waren es synthetische Farbstoffe, später Schmerzmittel, Polymere oder synthetisch erzeugter Kautschuk. Das Unternehmen hat sich stets flexibel an die Bedürfnisse der Menschen und der Märkte angepasst. Und heute entsteht ein Life-Science-Unternehmen, das in einzigartiger Weise Kompetenzen für die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze unter einem Dach vereint.

Dabei wollen wir vor allem auch Synergien in der Forschung nutzen, die darauf beruhen, dass die verschiedenen Spezies große Gemeinsamkeiten aufweisen: Gerade auf der Ebene der Zelle, wo unsere Wirkstoffe ansetzen, sind viele Mechanismen vergleichbar.

Als reines Life-Science-Unternehmen hat Bayer exzellente Wachstumsperspektiven: aufgrund seiner herausragenden Kompetenzen in Forschung und Entwicklung sowie im Vertrieb, seiner dynamischen Innovationspipeline, seiner starken Marken und einer überlegenen Präsenz in den Wachstumsmärkten.

Vielen Dank!


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.